Unser Gemeindehaus
Anfang der 60er Jahre kam mit Pfarrer Eugen Wölfle ein junger Pfarrer nach Rheinbischofsheim. Da damals die Jugendlichen ihre Freizeit hauptsächlich und am liebsten in Gemeinschaft mit anderen verbrachten, traf Pfarrer Wölfles Idee, ein Gemeindehaus zu bauen, auf sehr große Zustimmung, gerade unter der jungen Generationen, der das Untergeschoss gehören sollte.
1964 erfolgte die Grundsteinlegung, und zwei Jahre danach konnte das Gemeindehaus eingeweiht und fortan ausgiebig genutzt werden.

Während also wie überall in der Landeskirche in den 70er bis 90er Jahren das Gemeindehaus neben der Kirche zum Mittelpunkt eines blühenden Gemeindelebens wurde, übersah man in Rheinbischofsheim leider für eine sehr lange Zeit zwei Dinge: zum einen, dass es Sinn macht, für den Erhalt eines Gebäudes finanzielle Reserven zu bilden; und zum anderen, dass das Gemeindehaus sehr schnell alterte.
So musste sich im Jahr 2012 nach nicht einmal einem Jahr im Amt Pfarrer Martin Grab damit auseinandersetzen, dass die Kirchenleitung das Gemeindehaus als „nicht mehr sanierbar“ einstufte. Eine Gebäudestrukturanalyse ergab, dass die Landeskirche einen Abriss des Gemeindehauses und einen Einbau von Gemeinderäumen in das Kirchengebäude für die sinnvollste Lösung hielt. Die Umsetzung dieses Plans scheiterte aber am erbitterten Widerstand von Kirchengemeinderat und Pfarrer.
Der Förderkreis
Die von vielen Gemeindegliedern favorisierte Idee, das Gemeindehaus treuhänderisch an einen Förderverein zu übergeben, wurde ausgearbeitet, scheiterte aber daran, dass niemand für das sanierungsbedürftige Gebäude die Verantwortung übernehmen wollte.
Als bei einer Gemeindeversammlung 2018 Pfarrer Grab das Modell „Förderkreis“ vorstellte, kam Bewegung in die Sache. Als unselbständige Einrichtung der Kirchengemeinde kümmern sich seither gut 30 Menschen durch handfeste Mitarbeit und/oder Spenden um das Gemeindehaus.
Hier finden Sie das Beitrittsformular des Förderkreises.
Die Namensgebung
Das Gemeindehaus rückte im Juli 2019 erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Rahmen einer Feierstunde wurde das Gemeindehaus anlässlich des 75. Jahrestages des Widerstandes gegen Hitler umbenannt in „Hans-Schwindt-Haus“ – in Erinnerung an Pfarrer Hans Schwindt.

Pfarrer Hans Schwindt war seit 1934 Pfarrer in Rheinbischofsheim, gehörte der Hitler gegenüber kritischen „Bekennenden Kirche“ an. Das Nazi-Regime schickte ihn daraufhin zuerst an die Westfront, nach einem kurzen Heimaturlaub an die Ostfront, wo er kurz nach seiner Ankunft durch einen Tieffliegerangriff ums Leben kam.
Mit der Umbenennung des Gemeindehauses in „Hans-Schwindt-Haus“ erinnert die Kirchengemeinde bleibend an einen mutigen Menschen und Christen, dem bis zum Dezember 2020 nicht einmal ein Platz auf der Gedenktafel an die Gefallenen der Weltkriege eingeräumt worden war. Erst auf heftiges Insistieren seitens der Kirchengemeinde wurde Hans Schwindt auch auf dem Kriegs-Denkmal rehabilitiert.



