Unsere evangelische Kapelle in Holzhausen wurde im Jahre 1971 auf dem Gelände neben dem Friedhof errichtet, bekam jedoch erst am 16. Januar 2007 einen eigenen Namen – die Thomaskapelle.

Bis dahin nannte man sie entweder „d'Friedhofskapell“ oder gar „d'Leichehall“. 2006 wurde sich schließlich für eine Namensgebung ausgesprochen. Aus Holzhausen selbst stammte der Vorschlag, sie Thomaskapelle zu nennen. Die Idee basierte auf dem alten Flurnamen des Grundstückes, auf dem die Kirche erbaut worden war. Das Gelände hatte einst als Kirchengrundstück zu St. Thomas in Straßburg gehört.

Der Jünger Thomas steht für eine moderne Glaubensgestalt - für die Menschen mit ihrem Zweifel und ihrem Wunsch nach rationaler Überprüfung. Thomas war jener Jünger, der den anderen nicht glauben wollte, dass sie dem auferstandenen Jesus begegnet waren. Wie aus dem Mund eines Menschen unserer Zeit hören wir ihn sagen: „Ich glaub's erst, wenn ich's mit eigenen Augen seh – und wenn ich Jesu Wunden mit meinen Händen berührt habe!“ Thomas macht sich selbst und sein Wahrnehmungsvermögen zum Kriterium für die Wahrheit – und Jesus nimmt ihn ganz ernst darin. Jesus akzeptiert seinen Zweifel, seine Sehnsucht nach wirklichem Spüren und Begreifen – und geht damit gerade auf die zu, die Zweifel und Vorbehalte haben.
So schlicht die Thomaskapelle gebaut ist, so schön ist sie doch auch – vor allem wenn das morgendliche Sonnenlicht den Kirchenraum erhellt.

Altarschmuck, Kanzelpult und Taufstein stammen aus den Händen des renommierten Künstlers Jürgen Goertz.













